13.10.2026
Tierkommunikation mit deinem Pferd: Was dein Pferd dir mitteilen möchte
Dein Pferd lässt sich plötzlich schwer satteln, steht am Putzplatz nicht mehr ruhig oder wirkt auf der Koppel abwesend? Pferde sagen viel, nur eben leise und mit dem ganzen Körper. Die Tierkommunikation mit deinem Pferd kann dir helfen, diese Signale besser zu verstehen: Was beschäftigt dein Pferd, was belastet es, was wünscht es sich von dir? Hier liest du, wann diese Begleitung sinnvoll ist, wo ihre Grenzen liegen und warum der Tierarzt immer an erster Stelle steht.
Von: Marina Kessler
Das Wichtigste in Kürze
- Tierkommunikation ist ein Austausch auf energetischer Ebene über ein Foto, dein Pferd bleibt dabei in seinem gewohnten Stall.
- Sie ergänzt Tierarzt, Hufschmied, Sattler und Trainer, ersetzt aber keinen von ihnen.
- Verändertes Verhalten unter dem Sattel kann auf Schmerzen hinweisen, deshalb werden körperliche Ursachen immer zuerst abgeklärt.
- Typische Anliegen sind Stallwechsel, Spannungen in der Herde, Ängste, Rittigkeit und der Abschied von einem alten Pferd.
- Seriöse Begleitung erkennst du daran, dass sie keine Heilversprechen gibt und nachvollziehbare Beobachtungen liefert.
Was ist Tierkommunikation mit Pferden?
Tierkommunikation ist ein Austausch zwischen Mensch und Tier auf energetischer Ebene. Statt Worten werden Bilder, Gefühle und Körperempfindungen übermittelt. Bei Pferden nehme ich über ein Foto Verbindung auf und gebe dir weiter, was dein Pferd zeigt: wie es sich fühlt, was es beschäftigt und was es von dir als seinem Menschen braucht.
Pferde sind Flucht und Herdentiere. Untereinander verständigen sie sich über feinste Signale: die Stellung der Ohren, die Spannung im Maul, einen Blick, ein paar Schritte Abstand. Im Stallalltag gehen viele dieser Zeichen unter oder werden als Sturheit gedeutet, obwohl dein Pferd dir eigentlich etwas sagen möchte.
Genau hier setzt die Tierkommunikation an. Sie ersetzt nicht deinen eigenen Blick auf dein Pferd, sie ergänzt ihn um eine weitere Ebene. Wenn du dich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigst, findest du in einem eigenen Beitrag, wie Tierkommunikation grundsätzlich funktioniert. Wichtig ist von Anfang an: Die Methode gehört zur feinstofflichen Arbeit und ist naturwissenschaftlich nicht messbar. Skepsis ist deshalb völlig in Ordnung.
Wann die Tierkommunikation mit deinem Pferd sinnvoll ist
Sinnvoll ist sie, wenn sich dein Pferd verändert hat und der Tierarzt keine oder keine ausreichende körperliche Erklärung findet. Sie hilft auch in Umbruchphasen, in denen du wissen möchtest, wie dein Pferd die Situation erlebt und was ihm den Übergang erleichtern kann. Medizinische Fragen bleiben dabei immer beim Tierarzt.
Diese Anliegen begegnen mir bei Pferden besonders häufig:
- ein Stallwechsel oder die Eingewöhnung in eine neue Herde
- Spannungen in der Rangordnung oder ein Pferd, das ausgegrenzt wird
- Ängste beim Verladen, im Gelände oder an bestimmten Stellen der Reitbahn
- Rittigkeitsprobleme, nachdem körperliche Ursachen abgeklärt sind
- ein Besitzerwechsel oder eine neue Reitbeteiligung
- der Übergang eines älteren Pferdes in den Ruhestand
- die letzte Lebensphase und der Abschied
Gerade der Abschied ist bei Pferden oft besonders schwer, weil sie viele Jahre an unserer Seite sind. Viele Menschen möchten in dieser Zeit wissen, wie es ihrem Pferd wirklich geht und was es noch braucht. Dafür gibt es bei mir die Sterbebegleitung für Tiere. Auch nach dem Tod deines Pferdes ist ein Gespräch möglich, das vielen Menschen beim Loslassen hilft.
Warum körperliche Ursachen immer zuerst abgeklärt werden
Verändertes Verhalten unter dem Sattel kann eine körperliche Ursache haben, etwa Schmerzen im Rücken, ein drückender Sattel, Zahnprobleme oder ein Hufproblem. Deshalb schauen zuerst Tierarzt, Pferdezahnarzt, Hufschmied und Sattler auf dein Pferd. Erst wenn Schmerzen ausgeschlossen oder behandelt sind, ergänzt die Tierkommunikation diesen Weg sinnvoll.
Wie eng Verhalten und Schmerz beim Pferd zusammenhängen, zeigt die Forschung der britischen Tierärztin Sue Dyson. Sie hat mit Kolleginnen und Kollegen das Ridden Horse Pain Ethogram entwickelt, einen Katalog aus 24 Verhaltensweisen, an denen sich Schmerzen bei gerittenen Pferden erkennen lassen. Dazu gehören zum Beispiel angelegte Ohren, ein häufig geöffnetes Maul, Kopfschlagen oder heftiges Schweifschlagen.
Für dich heißt das: Ein Pferd, das sich gegen den Reiter wehrt, ist nicht automatisch frech oder stur. Manchmal sagt es auf die einzige Art, die es hat, dass etwas wehtut. Diese Möglichkeit ernst zu nehmen, ist der erste Schritt.
Ist dein Pferd tierärztlich versorgt und du möchtest es zusätzlich energetisch begleiten, kann auch die Tierkinesiologie ein passender Weg sein. Sie schaut auf mögliche energetische Belastungen und ersetzt ebenso wenig eine Behandlung. Heilversprechen gebe ich grundsätzlich keine.
So läuft eine Sitzung für dein Pferd ab
Eine Sitzung findet komplett aus der Ferne statt. Du schickst mir ein aktuelles Foto deines Pferdes und schilderst dein Anliegen. Dein Pferd bleibt in seinem Stall oder auf der Koppel, niemand muss anreisen oder es aus seinem Alltag holen. Im Anschluss bekommst du ein ausführliches Protokoll mit allem, was dein Pferd mir gezeigt hat.
Vor der Verbindung frage ich nach den Rahmenbedingungen. Lebt dein Pferd im Offenstall oder in einer Box? Wie groß ist die Herde? Wird es in der Freizeit geritten oder im Sport gearbeitet? Was ist in den letzten Monaten passiert, und was haben Tierarzt oder Sattler bereits festgestellt? Diese Informationen helfen mir, die Botschaften deines Pferdes richtig einzuordnen.
Für das Foto eignet sich eine Aufnahme, auf der Kopf und Augen gut zu erkennen sind, idealerweise ohne weitere Pferde oder Menschen im Bild. Deine Fragen formulierst du am besten konkret, zum Beispiel:
- Wie fühlst du dich in deiner Herde?
- Was ist für dich beim Reiten unangenehm?
- Was macht dir im Gelände Angst?
- Was wünschst du dir von mir?
- ...
Was Tierkommunikation leisten kann und wo ihre Grenzen liegen
Tierkommunikation kann dir eine neue Perspektive auf dein Pferd geben und Hinweise liefern, was es beschäftigt. Sie kann keine Diagnose stellen, keine Lahmheit behandeln und kein Training ersetzen. Ob sie für dich stimmig ist, zeigt sich meist an Details im Protokoll, die du selbst wiedererkennst.
Viele Pferdemenschen begegnen dem Thema zunächst mit Zweifeln, und das verstehe ich gut. Häufig tauchen im Protokoll aber Eigenheiten, Situationen oder Vorlieben auf, die nur du und dein Pferd kennen können. Das ist kein wissenschaftlicher Beweis, aber für viele ein überzeugender Erfahrungswert.
Seriöse Begleitung erkennst du daran, dass sie dich ernst nimmt und ehrlich mit ihren Grenzen umgeht. Eine gute Tierkommunikatorin verweist dich bei körperlichen Themen an den Tierarzt, stellt keine Diagnosen und drängt dich nicht in weitere Sitzungen. Ich bin ausgebildete Tierkommunikatorin, Tierenergetikerin, Tierkinesiologin und systemische Tieraufstellerin und arbeite nach den Qualitätsstandards der WKO.
Wie du die Erkenntnisse in euren Stallalltag bringst
Nach der Sitzung geht es darum, die Hinweise deines Pferdes behutsam umzusetzen. Lies das Protokoll in Ruhe, wähle ein oder zwei Punkte aus und beobachte über einige Wochen, wie dein Pferd auf die Veränderungen reagiert. Kleine Schritte zeigen oft mehr als ein kompletter Umbau eures Alltags.
Manche Hinweise betreffen dich direkt, etwa mehr Ruhe beim Putzen oder ein anderes Tempo beim Aufwärmen. Andere betreffen die Haltung, zum Beispiel einen Platz in der Herde, an dem dein Pferd zur Ruhe kommt. Solche Punkte besprichst du am besten mit der Stallbetreiberin oder dem Stallbetreiber.
Betrifft eine Erkenntnis das Reiten, nimm deine Trainerin oder deinen Trainer mit ins Boot. Sie sehen dein Pferd in Bewegung und können einschätzen, wie sich eine Anpassung im Training umsetzen lässt. Halte außerdem fest, was du beobachtest. So erkennst du Veränderungen, die im Alltag leicht untergehen.
Über die Autorin:
Marina Kessler
Ich bin Marina und lebe in Klösterle in Vorarlberg. Meine Leidenschaft ist es, die Verbindung zwischen Mensch und Tier zu stärken. Seit meinen Ausbildungen zur Tierkommunikatorin, Tierenergetikerin, Tierkinesiologin und systemischen Tieraufstellerin begleite ich Menschen und ihre Tiere auf diesem Weg.